Matthias Olk

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1. Staatsexamen Grundschullehramt (Mathematik, Deutsch, Ethik)
M.A. „Religion und Kultur"
Kontakt: Matthias.Olk@hu-berlin.de

 

Dissertationsvorhaben

Thema: Ethik der Inklusion. Rekonstruktionen zum inklusiven Professionsethos von Grundschullehrer*innen.

Abstract: Zunehmend formulieren Grundschulen in ihren Selbstbeschreibungen, ‚inklusiv‘ zu sein. Inklusion tritt in diesen bisweilen programmatischen Zusammenhängen als dichter ethischer Begriff auf. Das Promotionsprojekt stellt pädagogische Akteur*innen an Grundschulen, die unter dem Anspruch der Inklusion agieren, in den Fokus und folgt der Bourdieu‘schen Unterscheidung (2015) von theoretischer Ethik und praktischem Ethos. Im Querschnitt der ethischen Ebene treten in pädagogischen (bspw. Prengel 2019) und in Perspektiven der politischen Philosophie (bspw. Honneth 2018, Butler 2010) anerkennungstheoretische Fragestellungen hervor. Auf der Ebene des Ethos rückt die praxeologische Begriffsprägung die Frage nach einer handlungsleitenden „alltägliche[n] Moral“ (Papilloud 2003) der Akteur*innen im Sinne einer habituellen Selbstpositionierung im Sozialen Raum in den Mittelpunkt. In der Sprache der Praxeologischen Wissenssoziologie (Bohnsack 2017) als Metamethodologie der Dokumentarischen Methode nimmt diese Perspektive das notorische Spannungsverhältnis zwischen Normen und Habitus und dessen Bearbeitung in den Blick. Primäre Datengrundlage sind biographische Interviews. Diese werden mit Lehrer*innen, Erzieher*innen und Schulleiter*innen an Grundschulen mit und ohne inklusiven Anspruch geführt. Ziel der Arbeit ist die Rekonstruktion von Typen des Ethos und deren Sinn- und Soziogenese mit Blick auf „Professionalisierung in praxeologischer Perspektive“ (Bohnsack 2020) im Sinne einer empirischen Perspektivierung des ethischen Charakters des Anspruchs der Inklusion.