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Werkstattgespräch „Ethnografisches Schreiben zu Inklusion / Exklusion: Darstellungsformen und Autor*innenschaften in fortgeschrittenen Projekten"

Durchführung im Online-Format

Werkstattgespräch „Ethnografisches Schreiben zu Inklusion / Exklusion: Darstellungsformen und Autor*innenschaften in fortgeschrittenen Projekten"
Durchführung im Online-Format

Ethnografische Forschung taucht tief in die Komplexität sozialer Welten und Ordnungen ein, um diese schreibend durchdringend für andere verstehbar zu machen. In der sozialwissen- schaftlichen Community gelten Ethnograf*innen daher als „extensive Schreiber*innen“ (Amann/Hirschauer, 1997: 29; vgl. auch Cloos 2010). Das kreative Potential, welches das ethnografische Schreiben birgt, kennt notwendigerweise keine standardisierte Form. Für ethnografisch Forschende, v.a. solche die sich als „field worker“ verstehen (vgl. Bethmann & Niermann, 2012), stellen sich Fragen nach Form und Ertrag geeigneter textlicher Dar- stellungen vielmehr immer wieder aufs Neue – dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass Ethnograf*innen selbst zum unverzichtbaren Medium ihrer eigenen Analyse werden.

Seit den Debatten um eine „Krise der ethnografischen Repräsentation“ (Berg & Fuchs 1993) artikuliert sich die Schreibfrage in der Ethnografie – auch unabhängig von der besonderen Form der Autoethnografie – als eine solche an ethnografische Autor*innenschaft: Wie mache ich mich als Ethnograf*in selbst im Text sichtbar? Wo sind meine eigenen Asso- ziationen, Erinnerungen, Gefühle, Subjektivität essentiell, um mein Feld verstehbar zu machen – und wie kann ich diese angemessen im Text einflechten? Aufbauend auf van Maanens (1988) klassischer Typologie an ethnografischen Textgenres (vgl. auch Gobo 2008: 292), in denen die Frage der Autor:innenschaft als Verhältnis zwischen entpersonalisierter Dokumentation und romanhafter Ich-Autor*in unterschiedlich aufgelöst ist, wollen wir im Workshopformat kreativ neue und alte Darstellungs- und Schreibformen in der Ethnografie gemeinsam ausloten und erproben.

Inhaltliche Fragen nach Exklusion und Inklusion rahmen den Workshop. Das zu Grunde liegende weite Inklusionsverständnis rückt so ethnografische Felder und Akteure in den Fokus, für die Prozesse soziale Ungleichheit, Exklusion, Marginalisierung oder Segregation prägend sind. Primär gerichtet an fortgeschrittene Promovierende und post-docs gibt der Workshop damit Raum für die vielfältigen Fragen zur Praxis des Schreibens und der Darstellung, die in ethnografischen Methodentexten und auch üblichen ethnografisch orien- tierten Methodenworkshops nur spärlich thematisiert und doch unumgänglich sind.

Call zur Veranstaltung

Dozent:
Dr. Boris Nieswand, Professor für Soziologie mit dem Schwerpunkt Migration und Diversität am Institut für Soziologie der Universität Tübingen

Teilnahme & Anmeldung:

EINGELADEN sind Forschende in fortgeschrittenen ethnografischen Projekten um die auf- geworfenen Fragen an das ethnografische Schreiben am Beispiel eigener Texte zu dis- kutieren. Die Teilnahme am Workshop ist als Diskutant*in oder als Materialeinbringende*r möglich. Um die Diskussion intim und lebendig zu halten, ist der Workshop auf 15 Teil- nehmer*innen (davon 4 Materialeinbringende) begrenzt mit maximal 5 Wartelistenplätzen. Wir freuen uns auf Anmeldungen aus verschiedenen Disziplinen und Forschungsfeldern, die im Herzen um das Thema Inklusion/Exklusion kreisen!

ANMELDUNGEN zum Werkstattgespräch bis zum 07.05.2021 bitte an david.brehme@hu-berlin.de. Bitte geben Sie bei Ihrer Anmeldung an:

  • Name & Institutionelle Anbindung
  • Eigener Forschungskontext: an welchem ethnografischen Projekt arbeiten Sie gerade? (100-200 Wörter)
  • Welche Fragen möchten Sie im Workshop diskutieren?
  • Materialeinbringende: Welches Material möchten Sie gern im Workshop gemeinsam diskutieren

Das Werkstattgespräch wird gemeinsam organisiert von Ingmar Zalewski (Universität Kassel) und David Brehme (Humboldt-Universität zu Berlin) für das Graduiertenkolleg „Inklusion – Bildung – Schule: Analysen von Prozessen gesellschaftlicher Teilhabe" im Zentrum für Inklusionsforschung Berlin.